(syn.: spastischer Schiefhals, zervikale Dystonie)
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Torticollis heißt übersetzt "verdrehter Hals". Der
Beiname "spasmodicus" soll zum Ausdruck bringen, daß
in vielen Fällen der Kopf nicht nur verdreht ist, sondern oft auch
von einer Bewegungsunruhe (Kopfwackeln oder Kopfzittern) - zumindest bei
bestimmten Kopfbewegungen - begleitet ist. BeimTorticollis spasmodicus
handelt es sich um die häufigste Form einer fokalen Dystonie. Die
deutsche Übersetzung mit "spastischer Schiefhals" ist irreführend
und sollte nicht mehr benutzt werden, da es sich hier eben nicht um eine
Spastik handelt. Die Erkrankung tritt meist um das 40. Lebensjahr herum
auf und kann sich sehr rasch ("über Nacht) oder aber über
einen Zeitraum von einigen Monaten langsam voranschreitend entwickeln.
Oft sind Nackenverspannungen oder ein Kopfzittern Anfangssymptome noch
bevor die Fehlstellung des Kopfes auffällt.
Die klinische Erscheinung des Schiefhalses kann sehr unterschiedlich sein. Man unterscheidet sie nach den drei Hauptbewegungsrichtungen des Kopfes:
Die häufigste Form ist der rotatorische Torticollis (also der Torticollis i.e.S.), gefolgt von Kombinationen aus Torticollis und Laterocollis. Abbildung 1 dagegen zeigt eine Kombination aus Torticollis nach rechts und Retrocollis (Kippung nach hinten), während Abbildung 2 einen Fall eines vorwiegenden Laterocollis mit nur leichter rotatorischer Komponente zeigt. Der Antecollis, bei dem das Kinn nach vorne auf die Brust gezogen wird, ist die seltenste Form der zervikalen Dystonie.
Abb.1:
Zervikale Dystonie mit Torticollis nach rechts und Retrocollis. Deutlich
ist die Hypertrophie des M. sternocleidomastoideus links zu erkennen (Pfeil).
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