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Beim Blepharospasmus (blepharon = griech. für Lid)
handelt es sich um unwillkuerliche Bewegungen im Bereich der Augenlider,
die sich in vermehrtem Blinzeln, Fremdkörpergefühl im Auge, und
vermehrten Verkrampfungen der Lider bis hin zu zeitweise auftretendem unwillkuerlichem
Lidschluss (s. Abb.). Dadurch kann die betroffene
Person funktionell erblinden.
Verstaerkt wird der Blepharospasmus durch Flickerlicht (Fernsehen) und
grelles Sonnenlicht. Viele Patienten berichten ueber bestimmte "Tricks",
mit denen sie die Augenöffnung unterstuetzen koennen: Einige Patienten
summen oder singen, andere behelfen sich durch Anlegen eines Fingers an
den aeusseren Augenwinkel.
Der Blepharospasmus kann isoliert auftreten (Häufigkeit ca. 2 Pat.
/ 100.000 Einwohner) oder vergesellschaftet mit dystonen Bewegungen auch
der unteren Gesichtsetage (Mund, Kiefer) als sog. Meige-Syndrom. Das mittlere
Alter bei Beginn der Beschwerden liegt bei 50-60 Jahren.
Nicht selten kommen der Blepharospasmus oder das Meige-Syndrom als tardive
Dystonie vor, also eine symptomatische Form der Dystonie, die durch Medikamente
ausgeloest wird. Besonders haeufig werden solche Dystonien durch bestimmte
Psychopharmaka, die sogenannten Neuroleptika ausgelöst.
Die Therapie der Wahl beim Blepharospasmus besteht in lokalen Injektionen
von Botulinumtoxin A in die Lid- bzw. die betroffenen Gesichtsmuskeln.
Die Behandlung führt zu einer Entspannung der Gesichtsmuskeln und
in fast 90% der Fälle zur Wiederherstellung der willentlichen Kontrolle
des Lidschlusses. Außerdem sollte zum Schutz vor grellem Licht eine
stark abdunkelnde Sonnenbrille getragen werden.
Blepharospasmus
(schwere Form)