Schlaganfallstation / Stroke unit
Ärztliche Leitung: Prof. Dr. S. Jander
Pflegerische Leitung: H. Tollkötter, G. Meir
Kontaktaufnahme über Tel.: 0211-81-19237, bei Notfällen auch diensthabender Neurologe über 0170-2268591
Der Schlaganfall ist immer ein akuter Notfall, der eine sofortige Einweisung in ein Krankenhaus erfordert. Somit muss umgehend der Rettungsdienst unter der Tel.-Nr. 112 alarmiert werden. Typische Symptome sind z.B. plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Sprach- und Sehstörungen. Auch nach kurzer Zeit rückläufige Schlaganfallsymptome (sog. TIA) erfordern die notfallmäßige Klinikaufnahme, da sie Vorboten eines größeren Schlaganfalles sein können.
Häufigste Ursache des Schlaganfalls ist in ca. 85 % die akute Minderdurchblutung durch Gerinnselbildung in den Blutgefäßen mit der Folge eines Hirninfarktes. Der akute Hirninfarkt kann mit einer Gerinnsel-auflösenden Therapie (Thrombolyse) oft effektiv behandelt werden. Die Therapie muss aber innerhalb von maximal 4 ½ Stunden nach Auftreten der Symptome begonnen werden. Je früher die Therapie beginnt, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden, desto besser ist auch das Ergebnis. Einmal abgestorbenes Hirngewebe kann durch den Körper nicht mehr ersetzt werden. Es zählt somit jede Minute.
Die Behandlung erfolgt am besten auf einer neurologischen Schlaganfallstation, auch Stroke unit genannt. Hier sind rund um die Uhr ein spezialisiertes Ärzte- und Pflegeteam und Diagnose- bzw. Therapieverfahren wie die Computertomographie, Kernspintomographie, Angiographie, Ultraschalldiagnostik und Lysetherapie verfügbar, sowie die interdisziplinäre Behandlung zusammen mit der Neuroradiologie, Kardiologie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie und Intensivmedizin.
Die Schlaganfallstation des Universitätsklinikums Düsseldorf ist durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft als überregionale Stroke unit zertifiziert und bietet 12 Akutbehandlungsplätze mit allen erforderlichen Überwachungs- und Behandlungsmöglichkeiten. Neben der intravenösen Lyse liegt ein Schwerpunkt auf neuroradiologisch interventionellen Behandlungsmethoden, wie z.B. die mechanische Thrombektomie bei Verschluss größerer intrakranieller Arterien (A. basilaris, Media-Hauptstamm- und T-Gabel-Verschluss) und Stentimplantationen in extra- und intrakranielle Abschnitte der hirnversorgenden Arterien. Diese Verfahren werden in Zusammenarbeit mit der Abt. für Neuroradiologie des Universitätsklinikums durchgeführt. Weitere Therapieverfahren umfassen die akute oder elektive Gefäßoperation (mit der Klinik für Gefäßchirurgie) sowie neurochirurgische Operationen bei großen (sog. malignen) Infarkten, Hirnblutungen und Gefäßmalformationen.
Eng mit der Akuttherapie verzahnt werden bereits im Frühstadium rehabilitative Therapien wie die Physiotherapie und Logopädie und eine Prophylaxe zur Vermeidung erneuter Schlaganfälle eingeleitet. Hierfür steht ein multidisziplinäres, speziell geschultes Team zur Verfügung.
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